• Ein Blog von Alexandra Endres

1.000 Farc-Dissidenten in Kolumbien aktiv

Nov 3

Ihre obersten Anführer haben einen Friedensvertrag mit der kolumbianischen Regierung geschlossen. Aber etwa 1.000 Farc-Kämpfer befinden sich immer noch unter Waffen. Und sie haben nicht die Absicht, ihre Gewehre niederzulegen. Das ergibt sich aus einem Bericht der International Crisis Group, den diese vor Kurzem veröffentlicht hat.

Schlechte Nachrichten aus Kolumbien

Okt 18

Ein Wandgemälde in Mocoa, Putumao, erinnert an die gewaltsam umgekommenen Toten des Bürgerkriegs

Vergangenen Sommer war ich im Putumayo unterwegs, ganz im Südwesten Kolumbiens. Damals hofften die Menschen dort auf den Friedensprozess. Es war eine bescheidene Hoffnung. „Frieden, was bedeutet das?“ fragte ich fast alle, die ich traf. Die Antwort war so gut wie immer gleich: „Wir wollen in Ruhe gelassen werden. Damit wir leben, arbeiten, unsere Kinder großziehen können.“ Alles Dinge, die hier in Mitteleuropa selbstverständlich scheinen.

Es scheint, als werde sich die Hoffnung der Menschen vorerst nicht erfüllen. Vor ein paar Tagen erhielt ich eine Nachricht von einer Bekannten aus dem Putumayo. Sie erzählte mir von einer Straßenblockade abtrünniger Farc-Guerilleros, die ihre Waffen nicht abgegeben haben, im benachbarten Department Caquetá.

„Die Farc ziehen wieder Steuern von den Campesinos ein“, schrieb sie. „Für jede Kuh und jede Nutzpflanzung, die sie besitzen.“ Sie habe Angst, mehr noch als während der Zeit des Bürgerkriegs. „Damals kannte ich die Leute beider Seiten und wusste, wie weit ihr Einfluss reicht. Jetzt aber handelt es sich um sehr schlechte Menschen, die nicht zuhören und nur ihre wirtschaftlichen Interessen verfolgen.“

Wirtschaftliche Interessen? Gemeint ist das Drogengeschäft. Im Süden Kolumbiens, auf dem Land, geht es um den Anbau von Koka und den Drogenhandel.

Dies ist – sinngemäß wiedergegeben – die Nachricht:

Wer singt, erzählt: Mein Buch über Kolumbien

Sep 19

Wer singt, erzählt – Wer tanzt, überlebt. Erschienen im DuMont Reiseverlag, 256 Seiten, 14,99 Euro.

Wer singt, erzählt – Wer tanzt, überlebt: So heißt das Buch, das ich über meine Reise durch Kolumbien geschrieben habe, und das seit einiger Zeit in den Läden steht.

Sie wollen mehr darüber wissen? Bitte folgen Sie mir hier entlang zu den gesammelten Blogbeiträgen meiner Reise.

Nach dem Erscheinen hatte ich das Vergnügen, mit Carsten Zillmann von der Rhein-Zeitung über meine Reise zu sprechen. Das Interview ist hier zu lesen. Joachim Casel von der Rhein-Neckar-Zeitung hat „Wer singt, erzählt – Wer tanzt, überlebt“ ebenfalls besprochen. Hier sein Artikel als Zeitungsseite im pdf-Format. Die erste Rezension kam übrigens von Blickpunkt Lateinamerika. Bitteschön, hier ist sie.

Casel und Zillmann stellten mir, wie so viele andere auch, die eine, große Frage: Wie gefährlich ist Kolumbien? Meine Antwort: Viel weniger als man hier in Deutschland so denkt. Dafür findet man in Kolumbien Musik, Gemeinschaft, Lebensfreude, eine überwältigende Natur, Traditionen.

Von der Musik handelt ein Buchauszug, der bei ZEIT ONLINE erschien und in ähnlicher Form auch schon einmal hier im Blog zu lesen war: Wie ich einmal versuchte, in Cartagena trommeln zu lernen. Und mein Besuch bei den Arhuaco in Santa Marta hat es in Die ZEIT geschafft (pdf).

Das sind die Basisdaten des Buchs:

Alexandra Endres: „Wer singt, erzählt – Wer tanzt, überlebt. Eine Reise durch Kolumbien“
Ostfildern: DuMont Reiseverlag 2017
256 Seiten – 14,99 Euro
ISBN 978-3-7701-8284-8

Kolumbiens Pazifik tanzt

Aug 20
Currulao-Tänzer auf dem Festival Petronio Álvarez in Cali, August 2016

Ich stehe inmitten von tanzenden Menschen, die ihre Arme in die Luft strecken und weiße Tücher im Takt der Musik kreisen lassen. Ihre Gesichter leuchten. Alle singen lauthals mit, so gut wie alle kennen den Text, und zwar jedes Wort – und wer ihn nicht kennt, singt einfach, soweit er kommt, und feiert trotz der Wissenslücken ausgelassen mit. Denn darauf kommt es an: dieses Fest gemeinsam zu genießen.

Voith Hydro zieht sich aus Agua Zarca zurück

Aug 14

Eigentlich sollte das deutsche Unternehmen Voith Hydro Turbinen an das umstrittene Wasserkraftvorhaben Agua Zarca in Honduras liefern. Doch jetzt hat sich die Firma endgültig aus dem Projekt zurückgezogen. Das meldet heute die Organisation Oxfam. Auf Anfrage bestätigt ein Sprecher von Voith Hydro telefonisch: Es besteht kein Vertragsverhältnis mehr zur Agua-Zarca-Betreiberfirma Desa. Zu den näheren Umständen will sich das Unternehmen allerdings nicht äußern.

In Kolumbien werden Aktivisten ermordet – wie schon einmal in den Achtzigern

Aug 14

Seit vergangenen Dezember wurden in Kolumbien 44 lokale Führungspersönlichkeiten ermordet: Opfervertreter, Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten, indigene Räte, Bauernführer. Zuletzt starben am 9. August Idalia Castillo Narváez aus Rosas und Fernando Asprillo aus Piamonte. Beide Orte befinden sich im Department Cauca.

Wer hinter den Morden steckt, wird in den einzelnen Fällen meist nicht ermittelt. Aber häufig scheinen es illegale bewaffnete Gruppen zu sein, die den Abzug der Farc aus bestimmten Regionen dazu nutzen, ihren Einfluss auszuweiten. Besonders umkämpft sind Gegenden, in denen der Drogenanbau oder andere Zweige der Schattenwirtschaft einträgliche Profite abwerfen – zum Beispiel Goldabbau ohne Lizenz, Waffen- oder Drogenhandel. Im Cauca ist das der Fall.