• Archive: Rohstoffe

Die Arhuaco fordern ein Zuhause ohne Bergbau

Nov 30
Camilo, ein Mamo der Arhuaco

Seit Wochen sind sie auf den Straßen: Einige Tausend Arhuaco demonstrieren im kolumbianischen Valledupar für ein Verbot von Bergbauprojekten in ihrer Heimat, der Sierra Nevada de Santa Marta. Die Sierra ist das höchste küstennahe Gebirge der Welt – eine geologische Besonderheit, denn auf kürzester Distanz steigen ihre Hänge vom karibischen Meer bis auf mehr als 5.700 Meter Höhe an. Oben liegt Schnee, unten am Strand wachsen Palmen.

Die Sierra, sagen die Arhuaco, versorge drei Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser. Für sie ist es heiliges Land, dessen Unversehrtheit es um jeden Preis zu schützen gilt: Land ihrer Ahnen, der Mittelpunkt der Welt. In der Sierra, so glauben die Ureinwohner, entscheide sich, ob die Welt im Gleichgewicht bleibe. Und ihre Aufgabe sei es, genau dafür zu sorgen.

1.000 Farc-Dissidenten in Kolumbien aktiv

Nov 3

Ihre obersten Anführer haben einen Friedensvertrag mit der kolumbianischen Regierung geschlossen. Aber etwa 1.000 Farc-Kämpfer befinden sich immer noch unter Waffen. Und sie haben nicht die Absicht, ihre Gewehre niederzulegen. Das ergibt sich aus einem Bericht der International Crisis Group, den diese vor Kurzem veröffentlicht hat.

In Kolumbien werden Aktivisten ermordet – wie schon einmal in den Achtzigern

Aug 14

Seit vergangenen Dezember wurden in Kolumbien 44 lokale Führungspersönlichkeiten ermordet: Opfervertreter, Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten, indigene Räte, Bauernführer. Zuletzt starben am 9. August Idalia Castillo Narváez aus Rosas und Fernando Asprillo aus Piamonte. Beide Orte befinden sich im Department Cauca.

Wer hinter den Morden steckt, wird in den einzelnen Fällen meist nicht ermittelt. Aber häufig scheinen es illegale bewaffnete Gruppen zu sein, die den Abzug der Farc aus bestimmten Regionen dazu nutzen, ihren Einfluss auszuweiten. Besonders umkämpft sind Gegenden, in denen der Drogenanbau oder andere Zweige der Schattenwirtschaft einträgliche Profite abwerfen – zum Beispiel Goldabbau ohne Lizenz, Waffen- oder Drogenhandel. Im Cauca ist das der Fall.

„Wayúu-Männer sind faul. Aber meiner hilft beim Kochen.“

Aug 1
In einer Wayúu-Siedlung

In einer Wayúu-Siedlung

Sie dachten, ich sei auch Ärztin. Ich hatte mich an eine Gruppe von Medizinern drangehängt, fast alles Freiwillige, die durch die Guajira reist, um die Kinder der Wayúu zu behandeln. Wenn sie nicht in die Siedlungen der Wayúu kommen, gibt es niemanden, der sich dort um die Gesundheit der Leute kümmert.

Die Ärzte und ihr Team bei der Arbeit

Die Ärzte und ihr Team bei der Arbeit

Die Guajira ist eine gottverlassene Region. Eine Halbwüste, heiß, windig, ohne große Infrastruktur, und seit Jahren regnet es dort kaum. Der Wind wirbelt die Erde auf, und bis zum Ende des Tages hat sie sich überall festgesetzt: auf dem Gesicht, unter der Kleidung, im Mund, zwischen den Zähnen. Unmöglich, sie loszuwerden.

Fließendes Wasser gibt es natürlich nicht, die Brunnen sind 130 Meter tief und führen nur Brackwasser, und wer sauberes Wasser will, muss dafür stundenlang in sengender Hitze durch die Gegend wandern. Wer Glück hat, kann ein Maultier mitnehmen, das gleich ein paar volle Kanister transportiert. Wer Pech hat, besitzt kein Maultier und geht mehrmals selbst, oder gibt sich mit der brackigen Brühe des Brunnens in der Nähe zufrieden. Hier wachsen vor allem Kakteen und Bäume mit sehr dünnen, fedrigen Blättern. Je weiter man nach Norden kommt, desto dürrer sind sie, und desto grauer, wegen des Staubs.

Schmutziger Goldrausch in El Salvador

Jan 10

Jeden Tag könnte in Washington das Urteil fallen, das über die Zukunft eines ganzen Landes entscheidet. Der Kläger: Pacific Rim, ein kanadischer Bergbaukonzern, den es gar nicht mehr gibt. Das Gericht: ein Schiedsgericht der Weltbank. Der Beklagte: El Salvador, ein von Gewalt malträtiertes, kleines mittelamerikanisches Land. Es geht um reiche Goldvorkommen – und um die Frage, ob ein armes Land wie El Salvador es sich erlauben darf, um der Umwelt willen ihre Ausbeutung zu verbieten. Die Mehrheit der Salvadoreños wäre dafür.

Boliven entwickelt seine Lithium-Industrie

Aug 17

Ein Lkw lädt Salz auf dem Salar de Uyuni (aufgenommen im Mai 2010)

Ein Lkw lädt Salz auf dem Salar de Uyuni (aufgenommen im Mai 2010)

Bolivien besitzt einen Schatz: Unter dem Salzsee von Uyuni, in der Einöde der Anden, befinden sich enorme Vorkommen von Lithium, eines Stoffes, aus dem unter anderem Batterien für die Elektronik- und die Autoindustrie gemacht werden. Seit Jahren plant die Regierung von Präsident Evo Morales, das Lithium zu fördern – aber möglichst ohne ausländische Beteiligung. Zu groß ist die Sorge, fremde Investoren könnten heimische Ressourcen zum Schaden der Bolivianer ausbeuten, wie schon so oft in der Geschichte.

Jetzt hat ein deutsches Unternehmen den Zuschlag erhalten, am Salzsee eine Fabrik zu bauen. Am Wochenende wurde der Vertrag feierlich in Uyuni unterzeichnet.

Kein Trinkwasser für die Wayúu

Jul 8

Im Nordosten Kolumbiens herrscht Dürre. Kinder sterben am Wassermangel, und der Staat schafft es nicht, sie zu retten. Vertreter des indigenen Volkes der Wayúu prangern an: Ihr Volk werde ausgerottet, sagen sie. Vermutlich ist das übertrieben, denn die Zahl der Wayúu geht in die Hunderttausende. Wahr ist aber, dass vor allem sie unter der schweren humanitären Krise leiden.

Wer weniger Macht hat, verliert

Mai 1

Was macht ein gutes Leben aus? Status im Beruf, genügend Geld für eine schöne Wohnung und regelmäßige Urlaubsreisen? Die Möglichkeit zur Selbstentfaltung oder zum Engagement für andere?  Die eigene Gesundheit, das Wohlergehen von Familie, Nachbarn und Freunden?

Die indigenen Wayúu im Nordosten Kolumbiens brauchen nicht viel materiellen Besitz, um ein aus ihrer Sicht gutes Leben zu führen – aber sie bestehen auf grundlegenden Dingen, die eine kapitalistische Gesellschaft ihnen nicht zu gewähren bereit ist. Auf einen Fluss, um zu fischen. Land, um es zu bebauen; Wasser, um die Felder zu bewässern; und auf einen Wald, um zu jagen und essbare Pflanzen zu sammeln. Doch ihre Heimat befindet sich auf großen Steinkohlereserven. Und die kolumbianische Regierung versteht den Abbau der Kohle – vor allem auch für deutsche Kunden – als wesentliche Antriebskraft für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Es ist ein Konflikt zwischen zwei Weltanschauungen. Wie er ausgeht, ist auch den Bewohnern der deutschen Braunkohlereviere klar.