Ich bin Journalistin und Redakteurin bei ZEIT ONLINE. Dort schreibe ich über Energie und Klimapolitik, Rohstoffe und nachwachsende Ressourcen, Welternährung, Entwicklung und Menschenrechte – und immer wieder über Lateinamerika.

Alexandra Endres PorträtbildIm Jahr 1997 war ich zum ersten Mal dort, genauer: in Chile. In Santiago habe ich Industrielobbyisten kennengelernt, die Augusto Pinochets Gewaltherrschaft überzeugt verteidigten, und Journalisten, die Jahrzehnte nach Salvador Allendes Tod noch für seine Ideale brannten. Die Leidenschaft, mit der gesellschaftliche Debatten geführt wurden, hat mich sofort gepackt. Die Herzlichkeit und Spiritualität der Menschen berührte mich, und inmitten der weiten Landschaften der Anden ging mir das Herz auf.

Seither hat Lateinamerika mich nicht wieder losgelassen. In Argentinien habe ich 2001 und 2002 studiert, gerade als das Land den Tiefpunkt einer langen Krise erlebte. In Mexiko habe ich Netzwerke der Autoindustrie erforscht, in Bolivien Andenbauern getroffen und die erste Lithium-Fabrik des Landes besichtigt – ein paar Baracken und Plastikschüsseln auf einem unendlich weiten Salzsee; das perfekte Bild für die fragilen Träume der bolivianischen Regierung, die sich vom Lithium einen enormen Entwicklungssprung erhoffte. Daraus ist bislang nicht viel geworden. In Kolumbien reiste ich entlang der Route der Steinkohle, die im Nordosten des Landes auch für deutsche Kunden abgebaut wird, und im Mai und Juni 2014 arbeitete ich dank eines Stipendiums als Gastredakteurin in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Im Sommer 2016 hatte ich das Glück, Kolumbien erneut bereisen zu dürfen; Eindrücke davon finden sich auch in diesem Blog. Die ganze Reise ist Gegenstand eines Buchs, das im Juli 2017 im DuMont Reiseverlag erschienen ist.