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Das gestohlene Gold des Chocó

Aug 30

Die kolumbianische Pazifikküste gehört zu den artenreichsten Regionen der Welt. Von der Grenze zu Panama im Norden bis hinein nach Ecuador im Süden erstreckt sich die Bioregion des Chocó – nicht zu verwechseln mit dem kleineren kolumbianischen Departement gleichen Namens, das fast komplett in der Bioregion liegt. Hier wächst dichter, undurchdringlicher Regenwald. Es herrscht eine tropische Hitze, und angeblich befindet sich im Chocó der regenreichste Ort der Erde: Lloró, wo im Jahr geschätzt mehr als 13.000 Liter pro Quadratmeter Niederschlag fallen. In Deutschland sind es ungefähr 700 Liter jährlich.

Im Chocó kann man Wale beobachten; hier leben Schildkröten, Affen, Jaguare, Faultiere und Giftkröten, und angeblich gibt es Hunderte verschiedener Vogel- und Tausende von Pflanzenarten. Ein großerTeil von ihnen soll nur in dieser Region vorkommen, nirgendwo sonst.

Leider ist der Chocó aber auch reich an Bodenschätzen, und in seinen Wäldern finden sich wertvolle Hölzer. Nicht der Staat beherrscht die Gegend, sondern illegale bewaffnete Gruppen: ehemalige Paramilitärs, Guerrilla-Organisationen und Drogenbanden. Sie beuten die Schätze der kolumbianischen Pazifikregion rücksichtslos aus. Vor allem der Goldbergbau ist ein Problem. Ein Teil der Lagerstätten wird von multinationalen Konzernen abgebaut, aber der größte Teil der Goldminen in der Gegend wird ohne staatliche Genehmigung betrieben.

Früher hieß das: Die Bewohner der Gegend, meist Afrokolumbianer, wuschen in den Flüssen des Chocó Gold, um zu überleben. Eine Lizenz vom Staat besaßen sie nicht. Ihre traditionelle Form des Goldabbaus gibt es immer noch (und die New York Times zeigt hier tolle Fotos davon). Aber wer heute von illegalen Minen spricht, meint die Mafia, die mit Baggern, Quecksilber und Zyanid anrückt, um das Gold aus der Erde zu holen – ohne irgendeine Rücksicht auf die Umwelt und die Menschen, die in den umliegenden Siedlungen leben. Die Mafia verseucht Flüsse und Böden, sie nimmt den Menschen ihre Lebensgrundlage, und wer ihr in die Quere kommt, wird vertrieben oder umgebracht.

Argentinien ist bankrott

Jul 31

Argentiniens Regierung hat sich nicht mit den Hedgefonds einigen können, die auf Basis alter Anleihen – gerichtlich sanktioniert – die Zahlung von 1,3 Milliarden Dollar plus Zinsen von dem Land verlangen. Heute Nacht lief die letzte Frist ab. Zwar mag Wirtschaftsminister Axel Kicillof es nicht öffentlich zugeben, aber die Konsequenz daraus ist: Argentinien ist erneut so gut wie zahlungsunfähig. Und offenbar hat Kicillof selbst kräftig zum Scheitern der Verhandlungen mit den Fonds beigetragen. 

Argentinien und die Geierfonds

Jun 27

Drei Tage bleiben Argentinien noch, um sich mit zwei Hedgefonds zu einigen, die 1,3 Milliarden Dollar plus Zinsen von dem Land zurückfordern. Gelingt das nicht, wäre das Land faktisch pleite – zum zweiten Mal in zwölf Jahren. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner gibt den „Geiern“ die Schuld an der Misere. Durch ihre Spekulation trieben sie das